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Temporäre Wärmeversorgung aus Sicht eines HLK-Planers

Pragmatische Lösungen für mobile Bauheizungen

Während das Hallenbad Blumenwies in St.Gallen umfassend erneuert und erweitert wird, soll der Schwimmbetrieb für Schulen und Vereine möglichst weiterlaufen. Dafür entstand beim Freibad Lerchenfeld ein temporäres Hallenbad unter einer Traglufthalle, beheizt mit einer Bauheizung auf Pelletbasis für die temporäre Wärmeversorgung. Die HLKS-Sanierung begleitete der erfahrene Planer Richard Widmer, dipl. Techn. HLK/Energieberater. Auch wir stehen mit ihm seit Jahren im fachlichen Austausch und durften bei der temporären Wärmeversorgung im Lerchenfeld auf seine Unterstützung zählen. Im Gespräch unterhalten wir uns mit Richard Widmer über Baupraxis, Zusammenarbeit und die Kraft einfacher Lösungen.

Richard Widmer im Gespräch mit Daniel Heuberger am Krüger-Hauptsitz vor einer mobilen Heizzentrale für die temporäre Wärmeversorgung
Richard Widmer, dipl. Techn. HLK/Energieberater, im KrügerTalk am Hauptsitz in Degersheim SG

Wenn Sie heute über eine Baustelle gehen – was überrascht Sie im Vergleich zu Ihren ersten Projekten am meisten? Richard Widmer: Die Identifikation mit dem Bauobjekt hat sich verändert. Früher war der Stolz der Beteiligten stärker spürbar. Man hatte Freude daran, gemeinsam etwas zu erschaffen. Heute ist der Druck auf dem Bau deutlich grösser geworden. Termine, Kosten und Abläufe sind enger getaktet. Das merkt man auch an der Atmosphäre auf der Baustelle.


Sie führten viele Jahre ein erfolgreiches Planungsbüro in Wil SG und werden auch heute noch bei komplexen Projekten beigezogen nicht zuletzt auch beim prestigeträchtigen Bau des Klanghaus Toggenburg. Was reizt Sie weiterhin an dieser Arbeit?
Mich interessieren neue Aufgabenstellungen immer wieder aufs Neue. Kein Projekt ist wie das andere. Besonders Freude macht mir die Zusammenarbeit in motivierten Teams. Wenn verschiedene Fachleute gemeinsam nach Lösungen suchen, entstehen oft die besten Ideen. Die «Gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten» umzusetzen, macht mir sehr grosse Freude.

«Früher war der Stolz der Beteiligten stärker spürbar»

Richard Widmer, dipl Techn. HLK/Energieplaner

Wie hat sich das Bauen in den letzten Jahrzehnten technisch und organisatorisch verändert?
Die Technologie hat enorme Fortschritte gemacht. Die Möglichkeiten sind heute viel grösser als früher. Gleichzeitig stelle ich fest, dass manchmal der Blick für einfache Lösungen verloren geht. Ich bin bekannt als «Low-Tech-Planer». Meine Kunden schätzen pragmatische und effiziente Ansätze. Technik soll helfen, Probleme zu lösen nicht neue schaffen.

Welche Herausforderungen waren früher prägend und welche sind es heute?
Früher wurden energetische Fragen oft erst später im Projekt behandelt. Der Architekt hat diese Themen häufig an den Planer weitergegeben. Heute stehen Energiebedarf und Nachhaltigkeit viel stärker im Zentrum der Planung. Das ist eine positive Entwicklung.

Hat sich der Umgang mit Feuchtigkeit am Bau im Laufe der Jahrzehnte verändert?
Ja, deutlich. Gebäude werden immer dichter gebaut. Das ist aus energetischer Sicht sinnvoll. Gleichzeitig kann die dichte Bauweise auch zu Feuchtigkeits- und Luftqualitäts-Problemen führen. Die frühzeitige Diskussion mit der Bauherrschaft und allen Planungsbeteiligten ist deshalb von grosser Wichtigkeit.

Welche typischen Fehler beobachten Sie bei der Bautrocknung, besonders wenn der Zeitdruck gross ist?
Eine Bautrocknung sollte immer überwacht werden. Heute ist das technisch einfach möglich. Mit Datenloggern lassen sich Temperatur und Feuchtigkeit zuverlässig messen und dokumentieren. Dadurch kann man den Trocknungsprozess nachvollziehen und später auch überprüfen, ob korrekt gearbeitet wurde.

Wie beeinflussen Kostendruck und enge Bauprogramme die Qualität der Trocknung?
Leider oft negativ. Wenn zu schnell gebaut wird, leidet die Bauaustrocknung. Dabei ist sie entscheidend, um spätere Schäden zu vermeiden. Für eine saubere Trocknung braucht es schlicht genügend Zeit.

In komplexen Gebäuden – etwa Spitälern oder grossen Wohnüberbauungen – worauf kommt es bei der Planung einer temporären Wärmeversorgung besonders an?
Temporäre Heizlösungen müssen zuverlässig funktionieren und gut überwacht werden. Gerade bei grossen Gebäuden ist eine stabile Wärmeversorgung während der Bauphase entscheidend.

Was schätzen Sie an mobilen Heizzentralen besonders?
Entscheidend ist für mich eine zuverlässige Fernüberwachung der Anlagen. Wenn der Betrieb jederzeit kontrolliert werden kann, schafft das Sicherheit auf der Baustelle. Ebenso wichtig ist eine fundierte Beratung im Vorfeld. Bei Krüger schätze ich, dass neben den mobilen Heizzentralen auch die entsprechende Beratung und Erfahrung eingebracht werden. Diese Kombination hilft, für jede Baustelle eine Lösung zu finden, die im Alltag zuverlässig funktioniert.

Die Auswahl an Energieträgern wächst stetig. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Aus Gründen des Umweltschutzes wird Holz als Energieträger weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Es ist ein nachwachsender Rohstoff und bietet interessante Perspektiven für die Wärmeversorgung.

Wenn Sie jungen HLK-Planern einen Rat geben könnten: Was ist für erfolgreiche Projekte entscheidend?
Mir fällt auf, dass heute manchmal zu schnell mit der Planung begonnen wird. Bevor man loslegt, sollte man den Dialog mit den Baupartnern suchen. Gute Gespräche am Anfang helfen, Ideen zu sammeln und Probleme früh zu erkennen. Dieser Austausch ist oft der Schlüssel zu besseren Lösungen.

Vielen Dank, Herr Widmer, für dieses Gespräch.


Über die Person

Richard Widmer ist gelernter Heizungszeichner und diplomierter Techniker mit Weiterbildung zum Energieberater. Vor über fünf Jahrzehnten gründete er ein eigenes Planungsbüro und prägte zahlreiche Projekte in den Bereichen Heizung, Lüftung, Klima, Kälte und Sanitär. Er war auch lange Prüfungs-Chefexperte der Heizungs- und Lüftungszeichner im Kanton St. Gallen. Zusätzlich war er Dozent für Gebäudetechnik an der Fachhochschule für Architekten in Vaduz FL. Sein Fachwissen gibt er auch als Kursleiter im HLK-Bereich weiter. In seiner Freizeit engagiert er sich seit der Gründung bei der Bühne 70 in Wil SG und hat zudem die Kunstmalerei für sich entdeckt.

Richard Widmer, dipl. Techn. HLK/Energieberater, aus Wil SG
Richard Widmer, dipl. Techn. HLK/Energieberater

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Für Projekte im Bereich Bau- und Notheizung in der Region Ostschweiz steht Daniel Heuberger, Vertrieb Aussendienst, und sein Team der Niederlassung Degersheim SG gerne für eine Beratung zur Verfügung.

Kontakt: T +41 71 372 82 82 | daniel.heuberger@krueger.ch
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Richard Widmer und Daniel Heuberger, Vertrieb Geschäftsfeld Heizen, vor mobilen Heizzentralen für die temporäre Wärmeversorgung