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«Klimageräte unterscheiden sich heute nur noch im Design und in der Energiebilanz»

Die Krüger + Co. AG ist seit 35 Jahren stolzer Schweizer Generalimporteur von TOSHIBA-Klimasystemen. Franz Braunwalder, Leiter Geschäftsfeld Kühlen bei Krüger, erzählt im Interview, wie er die Partnerschaft aufgebaut hat, was die künftigen Herausforderungen im Bereich Klimatisierung sind und welche Dienstleistungen wir als Generalvertretung erbringen.

Franz Braunwalder, Sie haben vor 35 Jahren die Generalvertretung von TOSHIBA-Klimasystemen in der Schweiz aufgebaut. Wie ist sie zustande gekommen?

Zur Arbeitsauslastung unserer Servicemonteure während des Sommers haben wir 1982 mit der Installation von Klimageräten begonnen. Parallel dazu übernahmen wir die Generalvertretung von IMI, einem englischen Klimageräte-Hersteller. Dieser lud mich für eine Werksbesichtigung und Messe nach Birmingham ein. An der Ausstellung kam ich zum ersten Mal mit TOSHIBA-Klimageräten in Kontakt. Die Geräte überzeugten mich im Design und der Verarbeitung und ich wollte sie für den Schweizer Markt haben.

Wie ging es weiter?

Mittels Motivationsschreiben bewarb ich Krüger als Generalimporteur bei TOSHIBA Japan. Einige Wochen später traf ich drei Vertreter von TOSHIBA in Zürich. Wir einigten uns schnell und besiegelten unsere Zusammenarbeit mit einem «Handshake» – einen Generalvertretungsvertrag gab es noch nicht. 1984 startete Krüger als Generalvertreter mit einem kleinen Sortiment, das ich für den Schweizer Markt zusammengestellt hatte.

Haben 1984 Kunden nach Klimaanlagen gefragt, oder war das noch kein Bedürfnis?

Es wurden bereits Klimageräte in der Schweiz verkauft, der Bedarf war also da. Aber Klimatisierung wurde damals vor allem in technischen Räumen wie Labors, Serverräumen, Fabrikations- und Gewerberäumen eingesetzt. Im Komfortbereich waren Klimaanlagen Luxusartikel, die vielleicht in einem Schlafzimmer, Chefbüro oder Sitzungszimmer zum Einsatz kamen. Bis heute ist der Bedarf an Klimageräten massiv gestiegen und die Anwendungsgebiete haben sich erweitert, das zeigt sich auch in unseren Verkaufszahlen.

TOSHIBA war in den 80ern schon eine Weltmarke. Wie haben die Verantwortlichen auf die Anfrage aus der Schweiz reagiert?

TOSHIBA wollte auf den europäischen Markt gelangen und wir waren eines der ersten Länder in Europa, die für die Generalvertretung angefragt hatten: eine Win-win-Situation. In den ersten Jahren leisteten wir Pionierarbeit, wir übersetzten Installations- und Bedienungsanleitungen und wir bauten viele Geräte für schweizerische Bedürfnisse um. Ich denke da an Geräte für die Weinkellerkühlung, oder Winterregulierungen für Anlagen für Serverräume, damit diese auch bei kalten Aussentemperaturen kühlen können. Zudem mussten wir einige Modelle an unsere Stromvorschriften anpassen, da es zu Anfang keine Modelle mit 400-V-Anschluss gab.

Als Generalimporteur kaufen wir die Geräte also nicht bloss ein. Gibt es weitere Anpassungen, die wir tätigen?

In unserer Werkstatt in Degersheim ergänzen wir Geräte mit Spezialitäten. Beispielsweise rüsten wir für eine noch bessere Energiebilanz die Geräte mit einer Wärmerückgewinnung für Brauchwarmwasser aus. Oder wir bauen eine Wasserkühlung für Aussengeräte ein, wenn diese in denkmalgeschützten Gebäuden im Innern angebracht werden müssen. Für die Kellerkühlung modifizieren wir Geräte aus dem Komfortbereich. Alle Anpassungen machen wir für unser eigenes Sortiment und für den Wiederverkauf.

TOSHIBA bietet eine unglaubliche Produktevielfalt an.Nach welchen Kriterien stellen Sie das Sortiment für die Schweiz zusammen?

Es sind zwei Kriterien entscheidend. Erstens müssen die Geräte die Schweizer Vorschriften im Bereich Spannung – 230 oder 400 Volt, ein- oder dreiphasig – erfüllen. Zweitens wähle ich nur hochwertige Geräte mit einer top Energieeffizienz-Klasse aus. Denn Energieeffizienz ist heute das A und O.

Heute ist unsere Gesellschaft sensibilisiert auf Themen wie Energieeffizienz, Stromverbrauch und Ökobilanz. Wie geht die Krüger + Co. AG auf diese Themen ein?

Früher konnten an Messen noch technische Weltneuheiten präsentiert werden. So brachte TOSHIBA 1981 als erster Hersteller Geräte mit Invertertechnologie heraus. Heute ist die Invertertechnik so weit verbreitet, dass sich die Geräte nur noch im Design und in der Energiebilanz unterscheiden. Bei der Energiebilanz spielt unter anderem das eingesetzte Kältemittel eine Rolle. Wir haben seit Januar 2019 alle unsere RAS- und RAV-Klimageräte zu 100% auf das umweltfreundliche Kältemittel R32 umgestellt. Als einer der ersten Verkäufer von Klimageräten in der Schweiz haben wir mit der Ablösung des alten Kältemittels 410A bereits vor zwei Jahren begonnen.

Wie sieht die Zukunft im Bereich Klima, sowohl im privaten- als auch im gewerblichen Sektor, aus?

In der Schweiz haben wir immer strengere und komplexere Vorschriften in Bezug auf Kältemittelmenge und Energieverbrauch. Im privaten Sektor, sei es bei der Klimatisierung eines Schlaf- oder Wohnzimmers, sind diese Vorschriften einfacher einzuhalten. Hier spielen eher die Vorschriften bezüglich Geräuschpegel von Aussengeräten eine Rolle, wobei die Aussengeräte von TOSHIBA äusserst geräuscharm sind, sodass sie mit gutem Gewissen im Nachtbetrieb laufen können. Im gewerblichen Sektor bei den Super-Modular-Multi-Anlagen, wo wir durch die Vorschriften Beschränkungen bei der Kühlleistung oder bei der Kältemittelmenge haben, kommen in Zukunft weitere Herausforderungen auf uns zu.

Die Vorschriften machen das Klimageschäft komplizierter, trotz allem ist der Markt steigend. Die Temperaturen werden wärmer und die Leute wollen immer mehr Komfort in Form eines Klimageräts.

Wenn Sie auf die erfolgreichen 35 Jahre Zusammenarbeit mit TOSHIBA zurückschauen, gab es da ein besonderes Highlight?

Für mich gab es mehrere Highlights. So genoss ich eine sehr angenehme Zusammenarbeit mit TOSHIBA, bei der auf ihr Wort immer Verlass war und bei der es nie Unstimmigkeiten oder Fehllieferungen gab. Der stetige Entwicklungsprozess hat mich über die Jahre gefordert und machte die Arbeit spannend: Anforderungen änderten sich, es gab neue Produkte, Steuerungen und Anbindungen an Hausleitsysteme. TOSHIBA war bei Innovationen weltweit immer vorne dabei. Ein weiteres Highlight für mich ist der Kontakt zu unseren Kunden und Wiederverkäufern, zu denen wir teilweise eine jahrzehntelange persönliche Beziehung pflegen.

Was bietet Krüger als Generalimporteur seinen Wiederverkäufern?

Einerseits eine qualitativ hochwertige Produktelinie. Andererseits bieten wir als Krüger + Co. AG unseren Wiederverkäufern eine sehr gute Unterstützung und Dienstleistung im fachlichen Bereich: Wir haben langjährige Mitarbeitende im Büro, in der Werkstatt und im Service, die unsere Wiederverkäufer in allen drei Sprachregionen kompetent betreuen und unterstützen. Weiter verfügen wir über eine hohe Lieferbereitschaft – die meisten unserer Produkte haben wir an Lager und können sie innerhalb eines Tages liefern.

Zur Person

Franz Braunwalder arbeitet seit 1981 bei der Krüger + Co. AG als Leiter Geschäftsfeld Kühlen (früher Abteilungsleiter Klimatechnik). Er hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt und verfügt über eine technische und kaufmännische Weiterbildung. Der 61-Jährige wohnt in Herisau, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. In der Freizeit spielt er Tennis, ist ein begeisterter Velo- und Skifahrer und geniesst sein Haus und Garten.

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