Herzlich willkommen zum KrügerTalk, unserer neuen Interviewreihe mit Geschäftspartnern, Kunden und Experten. Wir sprechen darüber, was sie antreibt und welchen Herausforderungen sie in ihrem Arbeitsalltag begegnen. Dieses Mal im KrügerTalk sprechen wir mit Lukas Blum über Modulholzbau unter Zeitdruck und die frühzeitige Integration der Klimatisierung in der Produktionsphase.
Modulbauten entstehen unter Zeitdruck und mit klaren Qualitätsansprüchen. Beim Bankprovisorium in Rorschach SG am Bodensee wurde die Klimatisierung im Modulholzbau bereits in der Produktionsphase in die zwölf Raummodule integriert, abgestimmt auf den gesamten Bauablauf. Die Module entstanden im Werk und mussten auf der Baustelle in kurzer Zeit präzise zusammenpassen. Wir sprechen mit Lukas Blum, Teamleiter GU-Projektleitung im Modulbau beim Holzbauspezialisten Blumer Lehmann in Gossau SG über die Herausforderungen hinter solchen Projekten. Er denkt in Abläufen, in Abhängigkeiten und darin, wie sich Planung wirklich in gebaute Realität übersetzt.

Krüger: Wenn Sie an unser gemeinsames Projekt in Rorschach SG zurückdenken, was war die grösste Herausforderung?
Lukas Blum: Der Bauplatz war für die Montage der Module aus logistischer Sicht sehr eng. Hinzu kam ein Gefälle von rund 45 Zentimetern. Dieser grosse Höhenausgleich in der Fundation verlangte dem Montageteam viel Präzision und Einsatz ab, denn der bestehende öffentliche Parkplatz durfte dabei nicht beschädigt werden. Zusätzlich haben wir diese Modulreihe erstmals zweigeschossig umgesetzt, wodurch auch einzelne Übergangsdetails neu durchdacht werden mussten.
Spüren Sie im Projektalltag, dass der Holzmodulbau an Bedeutung gewinnt?
Ja, die Projekte werden grösser und vor allem technisch dichter. Früher hat eine einfache Lösung gereicht, heute sprechen wir über Lüftung, Steuerung und deutlich mehr Abstimmung zwischen den Gewerken. Gleichzeitig bleibt der Vorteil, dass wir sehr schnell bauen können.
«Wir haben auf der Baustelle nur wenige Wochen Zeit. Wenn die Vorbereitung mit den Partnern stimmt, läuft alles ruhig – wenn nicht, wird es sofort hektisch.»
Lukas Blum, Teamleiter GU-Projektleitung im Modulbau, Blumer Lehmann
Wo entstehen die grössten Engpässe: Planung, Produktion oder Baustelle?
In der Produktion und auf der Baustelle läuft es meist geregelt, weil alles getaktet ist. Die Herausforderung liegt zu Beginn des Projekts, wenn man zusammen mit den Bauherren festlegt, was das Gebäude können muss. Dort entscheidet sich vieles, und da braucht es oft mehr Zeit, als man denkt.
Wie gehen Sie mit kurzfristigen Kundenwünschen um, wenn die Module bereits in Produktion sind?
Die Produktion läuft linear, die kann man nicht einfach stoppen. Kleinere Anpassungen gehen, alles andere verschiebt sich automatisch auf die Baustelle. Und dort ist es dann meistens aufwendiger, weil die Module schon weit fertig sind.
Welche Rolle spielt die Haustechnik in Ihrer Terminplanung?
Die Haustechnik ist kein Treiber, aber es wird schnell kritisch, wenn sie nicht sauber eingeplant ist. Wenn Leitungswege oder Dimensionen plötzlich ändern, merkt man das sofort im Projektablauf. Je früher im Projekt die Haustechnik durchgeplant wird, umso besser funktioniert es. Ansonsten kann es dann doch schnell negative Auswirkungen auf den Produktionsablauf haben.





Was muss bei temporären Modulbauten technisch besonders früh geklärt werden?
Man muss sich sehr früh festlegen, welches Modul- und Gebäudetechniksystem man realisieren will. Also nicht nur grob, sondern wirklich bis ins Detail durchdenken. Wenn das steht, wird vieles einfacher, weil alle darauf aufbauen können.
Müssen Klima- und Leitungsführungen jedes Mal neu gedacht werden?
Die Grundlogik bleibt oft ähnlich, das hilft enorm. Aber man passt diese Logik jedes Mal an die Nutzung und die Geometrie des neuen Baus an. Es ist ein bisschen wie ein Baukasten, den man aber nie genau gleich zusammensetzt.
Wann binden Sie externe Partner für die Klimatisierung ein?
Sobald es komplexer wird, relativ früh. Gerade in komplexen Projekten ist es wichtig, dass die Klima-Lösungen schon vor der Werkplanung klar sind. Mit Krüger hat man da jemanden, der sich in die Planungsabläufe einfügt und früh mitdenkt.
Was muss in der Zusammenarbeit mit einem Klimatisierungspartner besonders gut funktionieren?
Für uns ist es entscheidend, dass möglichst viel im Werk gebaut werden kann, weil wir dort eine nähere Kontrolle haben. Auf der Baustelle haben wir nachher wenig Spielraum, da muss es einfach passen. Im Projekt in Rorschach SG hat man gesehen, dass das funktioniert, wenn die Vorbereitung stimmt und sich alle gut abstimmen.
Vielen Dank für das interessante Gespräch!
über das Projekt
Für ein Bankprovisorium im Raum Bodensee haben wir die Klimatisierung von zwölf vorgefertigten Raummodulen bereits in der Produktionsphase integriert. Installiert wurden 14 TOSHIBA-Wandgeräte sowie fünf TOSHIBA-Multisplit-Aussengeräte, optimal in die Konstruktion eingebunden. In Kombination mit der gedämmten Holzbauweise entsteht so dank der Kühl- und Heizfunktion der Klimaanlagen ein ganzjährig stabiles Raumklima. Das Projekt zeigt, wie wichtig eine früh abgestimmte Planung im Modulbau ist.

Über die Person

Lukas Blum
Teamleiter GU-Projektleitung im Modulbau
Lukas Blum ist seit 2013 bei der Blumer Lehmann tätig und hat sich vom Praktikum in der Bauleitung über verschiedene Funktionen bis in die Team- und Funktionsleitung der Projektleitung entwickelt. Heute engagiert er sich neben der Projektarbeit verstärkt in der Personal- und Organisationsentwicklung der GU-Abteilung und begleitet mehrere Nachwuchsprojektleiter als Mentor in ihrer Weiterbildung – getragen von der Haltung, «gwunderig» zu bleiben und sich fachlich wie persönlich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Aktuell schliesst er zudem seinen MBA in Luzern ab. Ausgleich zum Berufsalltag findet er beim Faustball sowie beim Laufen im Flachen und in den Bergen.
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Für Projekte im Klimatisieren in der Region Ostschweiz steht Christian Fritsche, Vertrieb Aussendienst, und sein Team der Niederlassung Degersheim SG gerne für eine Beratung zur Verfügung
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