Der GWP-Wert steht für Global Warming Potential und ist eine wissenschaftlich etablierte Kennzahl, mit der die Klimawirkung von Treibhausgasen vergleichbar gemacht wird. Als Referenz dient Kohlendioxid (CO₂) mit einem GWP-Wert von 1. Der Wert beschreibt, wie stark ein Gas über einen Zeitraum von meist 100 Jahren zur Erderwärmung beiträgt im Vergleich zu CO₂. Dabei werden sowohl die spezifische Strahlungswirkung des Gases, also wie effizient es Wärme in der Atmosphäre zurückhält, als auch seine Verweildauer in der Luft berücksichtigt. Der GWP-Wert bezieht sich auf die Wirkung einer Emission, nicht auf die atmosphärische Gesamtkonzentration oder den gesamten Treibhauseffekt.
GWP Erklärvideo des SRF
GWP – einfach erklärt
Stellen Sie sich vor, die Erde hat eine Wärmedecke.
Alles, was wir in die Luft pusten, kann diese Decke dicker oder dünner machen.
Der GWP-Wert (Global Warming Potential) sagt uns, wie stark ein Stoff zur Erwärmung der Erde beiträgt, gemessen über einen Zeitraum von 100 Jahren und im Vergleich zu CO₂. CO₂ ist dabei unser Massstab und erhält den Wert 1.
👉 GWP 1 = gleiches Erwärmungspotenzial wie CO₂
👉 GWP 10 = zehnmal stärkeres Erwärmungspotenzial als CO₂
👉 GWP 1000 = tausendmal stärkeres Erwärmungspotenzial als CO₂
So lässt sich einfach vergleichen, welche Kältemittel oder Gase das Klima stärker oder weniger stark beeinflussen.
Ein Vergleich aus dem Alltag
- CO₂: GWP 1 > Eine dünne Wolldecke
- Natürliches Kältemittel wie R1270 (Propen): GWP 2 > Fast gleich dünn, kaum wärmer
- Moderne synthetische Kältemittel: je nach Typ etwa GWP 146 (z. B. R454C) bis GWP 2088 (z. B. R410A) → Deutlich wärmer, wie eine dickere Decke. Kältemittel mit noch höheren GWP-Werten sind in Neuanlagen oder bei Ersatzlösungen heute nur noch selten im Einsatz.
- Spraydosen (z. B. Markierungsfarbe): Treibmittel meist ein Gemisch aus natürlichen Gasen mit GWP um 3.3 (Propan) bis 4 (n-Butan) → Relativ geringe Klimawirkung im Vergleich zu vielen älteren synthetischen Kältemitteln.
- Ältere synthetische Kältemittel (z. B. R404A): GWP ca. 3920/3922 → Wie eine extrem dicke Winterdecke, die die Wärme besonders stark zurückhält.
Der GWP-Wert sagt also nicht aus, wie viel von einem Stoff verwendet wird, sondern wie stark er wirkt, wenn er in die Atmosphäre gelangt. Der GWP eines Kältemittels wird nur relevant, wenn es in die Umwelt freigesetzt wird. Wird es bei Wartung oder Entsorgung fachgerecht abgesaugt und behandelt, entsteht keine oder nur eine sehr geringe klimaschädigende Wirkung. Durch die fachgerechte Umsetzung durch unsere ausgebildeten Spezialisten wird eine zusätzliche Belastung der Umwelt verhindert.
👉 Die Entwicklung in der Klima- und Kältetechnik geht klar in Richtung natürliche Kältemittel mit einem GWP-Wert unter 10. Diese haben im Vergleich zu vielen früher eingesetzten synthetischen Stoffen ein deutlich geringeres Treibhauspotenzial.
Warum das für Technik wichtig ist
Wo es sinnvoll und technisch möglich ist, setzen wir bei Krüger auf Lösungen mit tiefem GWP-Wert:
- Beim Kühlen auf natürliche Kältemittel, etwa beim Produkt Argo Milo Plus.
- Beim Entfeuchten spielt neben einem Kältemittel mit tiefem GWP-Wert vor allem die Effizienz der Technik des Kältekreises eine wichtige Rolle. Sie beschreibt, wie viel elektrische Energie ein Gerät benötigt, um eine bestimmte Menge Wasser aus der Luft zu entfernen. Systeme wie der Kreuzstromwärmetauscher im Entfeuchter GENIUS nutzen die entstehende Abwärme zur Wärmerückgewinnung und senken so den Energiebedarf. Das verbessert die Effizienz des Geräts. Mit praktisch allen Produkten erhält der Kunde heute von Krüger ein Gerät mit sehr tiefen GWP-Werten.
- Je tiefer der GWP-Wert eines Kältemittels und je effizienter ein Gerät arbeitet, desto geringer ist seine Wirkung auf das Klima.
Der GWP ist ein Vergleichswert
Von Bedeutung ist der GWP-Wert vor allem in der Klimaforschung, der Klimapolitik, der Industrie sowie in technischen Branchen wie der Kälte-, Klima- und Wärmetechnik. Er dient als Grundlage für Emissionsbilanzen, regulatorische Vorgaben und die Bewertung von Kältemitteln. Gleichzeitig gilt: Der GWP ist ein Vergleichswert und bildet nicht alle Umweltaspekte eines Systems ab.



















